Quelle · 1623 · Kupferstich, Buchillustration in Emblemwerk

Daniel Meisner, „Burck zu Bamberg". Kupferstich aus dem Thesaurus Philopoliticus / Sciographia Cosmica (Erstedition 1623, Edition Frankfurt 1678)

Daniel Meisner (Bilderläuterungen) und Eberhard Kieser (Kupferstecher und Verleger), Frankfurt am Main

Daniel Meisner, „Burck zu Bamberg". Kupferstich aus dem Thesaurus Philopoliticus / Sciographia Cosmica (Erstedition 1623, Edition Frankfurt 1678), Daniel Meisner (Bilderläuterungen) und Eberhard Kieser (Kupferstecher und Verleger), Frankfurt am Main, 1623
Daniel Meisner, „Burck zu Bamberg". Tafel A 51 aus der Frankfurter Edition 1678 der Sciographia Cosmica. Devise oben: „Es kan auch ein böser Vatter, ein frommes Kind haben." UB Heidelberg.

Meisner / Kieser, „Burck zu Bamberg” (Tafel A 51)

Die Altenburg taucht im frühen 17. Jahrhundert auch in einem Emblemwerk auf: als Tafel A 51 „Burck zu Bamberg” in Daniel Meisners Thesaurus Philopoliticus, den der Frankfurter Kupferstecher Eberhard Kieser von 1623 an in acht Bänden herausgab. Spätere Editionen trugen den Titel Sciographia Cosmica; unser digitales Original stammt aus der Ausgabe von 1678 der Universitätsbibliothek Heidelberg.

Über dem Stich steht die deutsche Devise „Es kan auch ein böser Vatter, ein frommes Kind haben”, darunter zwei lateinische Verse, die anschließend in deutsche Reimpaare übertragen werden. Im Vordergrund kniet eine betende Figur, im Hintergrund erhebt sich die Altenburg in idealisierter Form mit hohem Bergfried, geschlossenem Mauergürtel und Burgdorf.

Die Ansicht ist nicht naturgetreu, sondern Bildträger einer moralischen Sentenz. Christoph Graf von Pfeil liest aus dem Stich deshalb keinen genauen Bauzustand für ein bestimmtes Jahr ab, ordnet die Tafel aber als Hinweis auf das ungefähre Aussehen der Altenburg im späten 16. Jahrhundert ein und nennt für den dargestellten Zustand das Jahr 1582. Die Tafel selbst ist erst ab der Erstedition 1623 bekannt; frühere Vorlagen sind denkbar, aber nicht ausgewiesen. Damit reiht sich der Stich in die Bildlinie ein, die von Schedel 1493 über die Stadtvedute Braun und Hogenbergs 1618 bis in die Emblemwerke des späteren 17. Jahrhunderts führt.

Bildergalerie

  • Detailansicht des Stichs. Die Altenburg von Norden, in stark idealisierter Form, mit hohem Bergfried und einem Mauergürtel um den Burghof. Im Vordergrund eine Allegorie zur lateinischen Devise „Alij vepres inter nascuntur tempore Veris. Flores, praesertim dulcis, odora Rosa".
    Detailansicht des Stichs. Die Altenburg von Norden, in stark idealisierter Form, mit hohem Bergfried und einem Mauergürtel um den Burghof. Im Vordergrund eine Allegorie zur lateinischen Devise „Alij vepres inter nascuntur tempore Veris. Flores, praesertim dulcis, odora Rosa". Tafel A 51

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