Quelle · 1837 (Bildplatte); vorliegende Fassung nach 1856 · Großformat-Lithographie, eigenständiges Schmuckblatt

Philipp Herrlein (Fürth): Altenburg. Lithographie, Bildplatte 1837, Druckfassung nach 1856

Philipp Herrlein (1794–1850), Lithograph in Fürth

Philipp Herrlein (Fürth): Altenburg. Lithographie, Bildplatte 1837, Druckfassung nach 1856, Philipp Herrlein (1794–1850), Lithograph in Fürth, 1837 (Bildplatte); vorliegende Fassung nach 1856
Philipp Herrlein, „Altenburg". Romantik-Lithographie aus Fürth, Bildplatte 1837, vorliegende Druckfassung nach 1856. Im gotischen Maßwerk-Rahmen zwei Ritterfiguren mit Wappen, im unteren Rand eine Kurzchronik der Burg.

Herrlein, Altenburg (Bildplatte 1837, Druckfassung nach 1856)

Großformatiges Schmuckblatt von etwa 27 × 37 cm aus der lithographischen Anstalt von Philipp Herrlein in Fürth. Die Altenburg erscheint als Ruine auf ihrem Bergsporn, eingefasst in einen gotischen Maßwerk-Rahmen mit zwei lebensgroßen Ritterfiguren an den Seiten und Wappenschilden zu deren Füßen. Unter dem Titel steht der Spruch: „Das zerfallene Gemäuer / Mahnt dem Wanderer oft treuer / Als ein todtes Buch die alte Zeit.” Damit gehört das Blatt in dieselbe burgenromantische Bildtradition wie Ludwig Richters Altenburg-Skizze aus den 1830er Jahren.

Datierung

Die Bildplatte trägt die Bezeichnung „Altenburg 1837”, entstand also zu Lebzeiten Herrleins. Die hier vorliegende Fassung kann jedoch nicht „um 1840” datiert werden: Die Chronik-Spalten am unteren Rand reichen bis zum Jahr 1856 (Einweihung der Burgkapelle durch den Dompropst von Lerchenfeld), und Herrlein selbst starb bereits 1850. Die Bildplatte von 1837 wurde demnach nach 1856 mit aktualisierter Chronik neu aufgelegt, also postum. Das Blatt ist damit Bildentwurf der 1830er Jahre in einer Druckfassung der späten 1850er Jahre.

Bildinhalt

Im Mittelfeld die Altenburg von Westen, mit dem runden Bergfried, dem langgestreckten Hauptbau, der Wehrmauer mit Flankentürmchen und dem überdachten Wehrgang. Im Vordergrund eine weite Tallandschaft mit Staffagefiguren: ein Hirte mit Vieh, einzelne Wanderer auf dem Aufstiegsweg und rechts eine sitzende Frau zwischen Pflanzen. Die seitlichen Ritterfiguren und Wappen verbinden das Burgbild mit der ritterlich-mittelalterlichen Vergangenheit, wie sie die Chronik darunter erzählt.

Chronik am unteren Rand

Die beiden Textspalten geben eine populäre Kurzchronik der Burg:

902 als Schloß des Markgrafen Adalbert bekannt · 906 nach dessen Enthauptung kam es zu den Reichsgütern · 964 wurde König Berengar und seine Gemahlin in dieses Schloß gebracht, wo sie ihr Leben endigten · 973 von K. Otto II. dem Herzog Heinrich v. Bayern geschenkt · 1124 weihte B. Otto die Kapelle auf dem Schlosse ein · um 1230 nannte man es die Altenburg · um 1340 benutzten sie die Bischöfe zur Hofhaltung · 1430 wurde sie von den Hussiten ausgeplündert · 1553 von den Brandenburgern ausgebrannt · 1719 entzündete ein Sturmblitz den Giebel des Thurmes · 1801 kaufte sie Dr. Marcus von dem Bischofe um 500 Gulden · 1818 erwarb sie die Stadt und unterhielt sie durch Beiträge · 1822 wurde ein neuer Saal oben errichtet · 1834 eine Kapelle in gothischem Style, welche 1856 vom Dompropst von Lerchenfeld eingeweiht wurde.

Die Chronik trägt die zu ihrer Zeit selbstverständliche Babenberger-Tradition („902 als Schloß des Markgrafen Adalbert”), die erst später quellenkritisch in Frage gestellt wurde. Zwei Eckdaten sind als zeitnahe Angaben aufschlussreich: der Marcus-Kauf 1801 für 500 Gulden und die Erneuerung des Saalbaus 1822. Die Angabe „1818 erwarb sie die Stadt” verkürzt; den Erwerb und die Erhaltung trug der 1818 gegründete Altenburgverein.

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