Quelle · 2025 · Dokumentarfilm, 25 Minuten Laufzeit

Gustav Haeberle. Bambergs vergessener Baumeister

Michael Hemm (Filmemacher Bamberg)

Gustav Haeberle. Bambergs vergessener Baumeister, Michael Hemm (Filmemacher Bamberg), 2025
Gustav Haeberle 1927 im Alter von 74 Jahren. Stadtarchiv Bamberg, Akt B.S. 483.

Hemm 2025, Gustav Haeberle: Bambergs vergessener Baumeister

25-minütiger Dokumentarfilm des Bamberger Filmemachers Michael Hemm, frei verfügbar auf YouTube. Premiere am 16. Februar 2025 in der Kulturfabrik Kufa Bamberg. Texte und Off-Stimme stammen von der Historikerin Karin Dengler-Schreiber, deren Aufsatz von 2000 den Hauptforschungsstand zu Haeberle bildet; beraten hat der Firmenhistoriker der Mälzerei Weyermann, Christian Kestel. Hemm versteht seinen Film als „Geste historischer Gerechtigkeit” für einen Architekten, dem in Bamberg keine Straße, kein Platz und keine Tafel gewidmet ist.

Inhalt

Der Film zeichnet Haeberles Weg nach: von Memmingen 1853 über das Architekturstudium nach Bamberg 1877, wo er rasch vom Bauassistenten zum Distriktbaumeister aufstieg, und die Heirat mit Kunigunde Weyermann 1880 als Eintrittstür ins Bamberger Bürgertum. Ein Schwerpunkt ist die Mälzerei Weyermann, die Haeberle ab 1888 zu einer „Stadt vor der Stadt” ausbaute, mit einer stilistischen Vielfalt vom Burgenmotiv bis zum Klassizismus.

Für die Altenburg sind zwei Eingriffe zentral: der Neubau des Palas 1901/02 und vor allem die Turmhaube auf dem Bergfried im September 1901, die das Erscheinungsbild der Burg bis heute prägt. Auslöser für Hemms Beschäftigung war der Abriss des Haeberle-Schützenhauses am Schönleinsplatz in den 1950er Jahren. Der Film bleibt nüchtern: Dengler-Schreibers Befund, Haeberle sei „kein Genie, aber ein begabter, sorgfältiger und fleißiger Architekt mit guten Verbindungen”, bleibt unwidersprochen stehen. Das macht den Film zu einer fundierten, nicht überhöhten Sekundärquelle zum Architekten des Altenburg-Palas.

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