Quelle · ca. 1935 · Schwarz-Weiß-Postkarte, Luftaufnahme, nicht gelaufen

Postkarte 'Bamberg-Altenburg vom Flugzeug aus', Aufnahme um Mitte der 1930er Jahre

Verlag/Lichtbildner unbekannt

Postkarte 'Bamberg-Altenburg vom Flugzeug aus', Aufnahme um Mitte der 1930er Jahre, Verlag/Lichtbildner unbekannt, ca. 1935
Postkarte „Bamberg-Altenburg vom Flugzeug aus", Aufnahme Mitte der 1930er Jahre. Schwarz-Weiß-Luftaufnahme, nicht gelaufen, Stempel 30. Januar 1941 (terminus ante quem). Mit freundlicher Genehmigung von Christian Schmitt, Bamberg.

Postkarte »Bamberg-Altenburg vom Flugzeug aus«, ca. 1935

Die Postkarte zeigt die Altenburg in einer Luftaufnahme, vermutlich von Südwesten, aufgenommen aus geschätzt etwa 200 Metern Höhe. Im Hintergrund die Bamberger Altstadt mit den vier Türmen des Domes, links der Michelsberg, rechts die noch weitgehend offenen Hangfluren um den Burgberg. Drei Bildbereiche sind für die Geschichte der Burg aufschlussreich.

Drei Beobachtungen

Fachwerkscheune am Parkplatz: Haeberle 1901, verbrannt 1970

Am linken unteren Bildrand steht die Fachwerkscheune auf dem Areal des heutigen oberen Parkplatzes. Erbaut hat sie Gustav Haeberle im Jahr 1901, parallel zur Bauphase des heutigen Burgpalas und des Bergfried-Turmhelms. Sie diente als Pferdestall mit Remise, also als Wirtschaftsbau außerhalb der Ringmauer, und brannte 1970 ab. Diese Datierung ist über Pfeil 1986 (S. 75) und den Plankatalog (Plan 47, S. 156) abgesichert: Bau nach einem Plan von 1900 mit Prüfstempel 24. Januar 1901, Fachwerk mit weißen Gefachen, Brand am 22. November 1970 (Fränkischer Tag).

Alter Rothof intakt um 1935/1941

Im oberen Bilddrittel, links der Bildmitte, ist der alte Rothof als Gebäudekomplex deutlich erkennbar. Da die Postkarte spätestens am 30. Januar 1941 gestempelt wurde und der Rothof zu diesem Zeitpunkt baulich intakt und vermutlich bewohnt erscheint, ist die Aufnahme ein wichtiger Datierungs-Anker für seinen späteren Verlust:

ZeitpunktQuelleZustand des Rothofs
1820Bayerische UraufnahmeRothof mit Weinbergen
1883SchmelzingRothof als sichtbarer Höhepunkt von der Altenburg aus
ca. 1935/1941diese Postkartebewohnter Gebäudekomplex
2026Bayerische Denkmalliste»abgegangener Rothof«

Der Verlust liegt damit zwischen 1941 und der Eintragung in die aktuelle Denkmalliste, wahrscheinlich in den Wiederaufbaujahrzehnten oder bei späterer Bebauung des Areals.

Weinberg-Brache 1935

Am unteren rechten Bildrand liegt der Bereich, in dem nach dem Artikel Wein, Hopfen und Wald der letzte Weinberg der Altenburg lag. Auf der Aufnahme um 1935 ist dieser Bereich erkennbar nicht mehr bewirtschaftet: keine Pfahl-Struktur, keine Reblinien, sondern brachliegende Hangfläche. Damit liefert die Postkarte einen terminus ante quem für das Ende der Weinbergs-Nutzung am Burghang. Was im Artikel bislang nur »verschwand im 19. Jahrhundert« hieß, lässt sich so präzisieren: Mitte der 1930er Jahre ist die Brache bereits abgeschlossen.

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